FinRegAgents bekommt ein Gesicht: Wie mein KI-Assistent eine UI baute (und ich Kaffee trank)
Stellt euch vor: Ihr habt ein großartiges Kommandozeilen-Tool zur Simulation von BaFin-Sonderprüfungen gebaut. Es liest Dokumente, bewertet nach GwG, DORA und MaRisk, es hat sogar einen schizophrenen Skeptiker-Agenten, der die eigenen Ergebnisse anzweifelt. Ein Meisterwerk der Ingenieurskunst.
Das einzige Problem? Kommandozeilen sind sexy für Entwickler, aber für den durchschnittlichen Compliance-Officer ungefähr so einladend wie ein unangekündigter Besuch der Aufsichtsbehörde. Das Ding brauchte ein Interface. Eine GUI. Ein Gesicht.
Also tat ich das, was jeder moderne Tech-Enthusiast im Jahr 2026 tut: Ich bat meinen KI-Assistenten darum.

Der geniale (?) Masterplan
Meine Anweisung an die KI war hochkomplex, geradezu poetisch detailliert und zeugte von jahrelanger Projektmanagement-Erfahrung:
Was aus der Roadmap aus der ReadMe können wir als nächstes angehen?
Die KI, stets bemüht, mich gut aussehen zu lassen, bot mir ein paar Optionen an. Daraufhin folgte meine finale, architekturgestalterische Direktive:
Dann Streamlit-UI
Boom. Projekt gestartet.

Die Implementation
Was nun folgte, war ein Schauspiel der Automatisierung. Während ich darüber nachdachte, ob ich mir noch einen Kaffee hole oder vielleicht doch lieber Grüntee, erstellte die KI einen Implementation Plan. Dieser Plan las sich wie die Blaupause für ein Shuttle-Programm zur ISS, nur eben für eine Streamlit-App.
Die KI schlug vor, die Abhängigkeiten zu erweitern, ein Hauptskript für die Oberfläche zu schreiben, Logs live abzufangen und in die UI zu streamen und natürlich schicke Download-Buttons für die Prüfberichte einzubauen.
Ich, in meiner unendlichen Weisheit als Human in the Loop, las mir diesen Plan sorgfältig durch, okay, ich habe ihn überflogen, und klickte auf Approve. Schwerstarbeit.

Der Walkthrough
Die KI legte los. Befehl für Befehl flimmerte über den Bildschirm. Pakete wurden installiert, Python-Skripte generiert, Git-Commits formuliert.
Um das Ganze ordentlich zu verbuchen, generierte mein digitaler Knecht sogar noch einen Walkthrough, eine Art Tagebuch, in dem stand, was wir alles tolles umgesetzt haben.
Und was war mein Beitrag in dieser heroischen Entwicklungsphase? Nun, die KI versuchte, einen Browser-Subagenten zu starten, um die UI automatisch zu testen. Das scheiterte glorreich an einem Betriebssystem-Konflikt, Mac versus Linux-Container, eine alte Fehde.
Und da war mein Moment gekommen. Die KI brauchte mich. Ich musste überprüfen, ob die App auf localhost:8501 lädt.
Test war erfolgreich mit meinen synthetischen Daten, das Ergebnis stimmt mit den vorhergehenden Tests überein.

Fazit
FinRegAgents hat jetzt ein richtig schickes Interface. Jeder kann nun seine AML-Richtlinien oder DORA-Konzepte in den Browser ziehen und live zusehen, wie unser KI-Prüfer und sein skeptisches Alter Ego die Dokumente in der Luft zerreißen.
Der Weg dorthin hat mir vor allem eines gezeigt: Die Rolle des Entwicklers wandelt sich massiv. Wir sind nicht mehr die Bauarbeiter der digitalen Welt. Wir sind die Bauherren, die am Rand der Grube mit einer Tasse Kaffee stehen, gelegentlich vage Anweisungen hineinrufen, Mach Streamlit, und am Ende das Band durchschneiden.
Gut, ab und zu müssen wir dem Roboter-Bagger noch sagen, dass er auf dem richtigen Kontinent buddelt. Aber ansonsten? Ich liebe meinen neuen Job.
Habt ihr das neue UI schon getestet? Ladet euch FinRegAgents auf GitHub herunter und lasst den Skeptiker-Agenten auf eure Compliance-Dokumente los.












