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Beyond AI/FinCrime OS: Der Sanctions Screener ist live

Editoriale Mixed-Media-Illustration zu einem live geschalteten Sanctions Screener mit Eingabeprofilen, zentralem Prüf- und Abgleichskern sowie getrennten Freigabe- und Trefferpfaden.
Beyond AI · Sprint 1

Der Sanctions Screener ist live

OpenSanctions trifft FastAPI: Ein selbst gehosteter, API-fähiger Screener für Sanctions- und PEP-Listen — kostenlos, open source, ohne Vendor-Lock-in.

28. März 2026 · Beyond AI · Sprint 1

Im Eröffnungsartikel dieser Serie war die Rede davon, dass Technologie kopierbar ist. Sprint 1 von Beyond AI liefert den Beweis: sanction.endvater.de ist ab sofort öffentlich erreichbar — ein vollständiger Sanctions- und PEP-Screener auf Basis von OpenSanctions, selbst gehostet, mit REST-API und Browser-UI. Was Dow Jones und LSEG für sechsstellige Jahresbeträge verkaufen, läuft hier auf einem 8-GB-RAM-Server in Hostinger.

01Was der Screener macht

Der Screener nimmt einen Namen entgegen — Person oder Organisation — und gleicht ihn gegen die OpenSanctions-Datenbank ab. Das Ergebnis ist ein Score zwischen 0,0 und 1,0, ergänzt um die Treffer-Datensätze mit Quellen-Referenz. Cross-Script-Matching ist eingebaut: Kyrillisch, Japanisch, Arabisch — der Screener normalisiert und vergleicht über Zeichensätze hinweg.

Drei Smoke Tests zeigen, was in der Praxis passiert:

Eingabe Schema Treffer Score Datasets
Wladimir Putin Person 2 0.90 EU, OFAC, UN, UA (sanctions + peps)
Sberbank Organization 1 — EU, OFAC
Max Mustermann Person 0 — —

Der Screener ist auf drei Wegen erreichbar:

  • Browser-UI: sanction.endvater.de/search — HTML und JSON-Rohdaten nebeneinander, direkt im Browser verwendbar.
  • REST-API: POST https://sanction.endvater.de/api/screen — maschinenlesbar, JSON-Response, für die direkte Integration in Compliance-Workflows.
  • Swagger-Dokumentation: sanction.endvater.de/docs — vollständige API-Referenz, interaktiv testbar.

02Warum OpenSanctions

OpenSanctions ist die Datengrundlage. Das Projekt aggregiert Sanctions- und PEP-Listen aus mehr als 100 Quellen weltweit und stellt sie in einem einheitlichen Schema zur Verfügung — derzeit rund 1,7 Millionen Entitäten. Die Daten werden täglich aktualisiert. Abgedeckte Jurisdiktionen im aktuellen Setup: EU, OFAC (US Treasury), UN, BaFin, Schweiz, Australien, Neuseeland, Ukraine.

Das ist kein Nischenprodukt. OpenSanctions ist die Datenbasis hinter mehreren kommerziellen Compliance-Anbietern — nur dass die es üblicherweise nicht erwähnen.

Lizenzhinweis

OpenSanctions-Daten sind für nicht-kommerzielle Nutzung kostenlos verfügbar (CC BY-NC 4.0). Für den kommerziellen Einsatz — also in produktiven Compliance-Prozessen eines gewerblichen Unternehmens — ist eine kostenpflichtige Lizenz erforderlich. Die yente-Engine und der Code von Beyond AI sind davon unabhängig open source. Details: opensanctions.org/licensing

03Was das kostet (bei den anderen)

Zum Einordnen: was der Markt für vergleichbare Screening-Infrastruktur aufruft.

Anbieter Jahreskosten (ca.)
Dow Jones Risk & Compliance € 50.000 – 500.000
LSEG World-Check € 50.000 – 300.000
ComplyAdvantage € 6.000 – 100.000
Sanction Scanner € 5.000 – 50.000

Diese Preise decken in der Regel den Datenzugang, eine gehostete API und Support ab. Was sie nicht decken: Kontrolle über die Infrastruktur, Transparenz über die Datenquellen, und die Möglichkeit, den Stack an eigene Anforderungen anzupassen.

Technology is copyable. Networks are not. Beyond AI — Das föderative Manifest, März 2026

Der Satz gilt in beide Richtungen: Was die großen Anbieter als Technologie verkaufen, ist replizierbar. Was Beyond AI als Netzwerk aufbaut, ist es nicht — aber das ist Sprint 3. Heute geht es um den Stack.

04Self-Hosted Setup

Der gesamte Stack läuft per Docker Compose. Keine Managed Services, kein Cloud-Lock-in, keine externen API-Calls für das eigentliche Screening.

Komponente Funktion
FastAPI REST-API-Layer, Endpunkte, Swagger-Docs
yente (OpenSanctions) Matching-Engine, Schema-Handling (Person + Organization)
ElasticSearch Volltextsuche, Fuzzy-Matching, Cross-Script-Normalisierung
Neo4j Graphdatenbank (vorbereitet für Netzwerkanalyse in späteren Sprints)
Ollama (kimi-k2.5:cloud) LLM-Gateway für erweiterte Analyse-Features
Traefik + Let’s Encrypt Reverse Proxy, automatisches TLS

Die Produktivinstanz läuft auf einem Hostinger KVM 2 mit 8 GB RAM. Das ist die untere Grenze für ElasticSearch mit dem vollen OpenSanctions-Index — knapp, aber ausreichend. Wer den Stack lokal testen will, braucht mindestens 8 GB verfügbaren Arbeitsspeicher. Das Compose-File liegt im Repository.

Hinweis zum Ressourcenbedarf

ElasticSearch ist der Hauptverbraucher. Beim ersten Start lädt yente den kompletten OpenSanctions-Index und indiziert ihn — das dauert je nach Verbindung und Hardware 10–30 Minuten. Danach läuft der Stack stabil. Für Produktionsumgebungen mit höherem Durchsatz empfiehlt sich ein dedizierter ElasticSearch-Node mit mindestens 16 GB RAM.

05Jetzt testen

Drei Einstiegspunkte:

  • Browser-UI: sanction.endvater.de/search — direkt im Browser, kein Account, kein API-Key.
  • API-Endpoint: POST https://sanction.endvater.de/api/screen — JSON-Body mit name und optional schema (Person oder Organization).
  • Swagger-Docs: sanction.endvater.de/docs — vollständige Parameterdokumentation, direkt testbar.

Für den schnellen Test reicht ein curl:

curl -X POST https://sanction.endvater.de/api/screen \
  -H "Content-Type: application/json" \
  -d '{"name": "Wladimir Putin", "schema": "Person"}'
Wichtig für kommerzielle Nutzung

Die öffentliche Instanz unter sanction.endvater.de dient Demo- und Testzwecken. Wer den Screener in einem kommerziellen Compliance-Prozess einsetzen will, muss eine eigene Instanz betreiben und dafür eine OpenSanctions-Datenlizenz erwerben. Der Code von Beyond AI steht unter der Apache License 2.0 und ist uneingeschränkt verfügbar. Für die Datenlizenz: opensanctions.org/licensing

endvater / beyond-ai
Beyond AI — Sanctions Screener

Open-Source Sanctions- und PEP-Screener auf Basis von OpenSanctions und yente. FastAPI-Backend, ElasticSearch-Index mit ~1,7 Mio. Entitäten, Browser-UI und REST-API. Self-hosted, Docker Compose, kein externer Anbieter erforderlich.

python fastapi opensanctions elasticsearch neo4j compliance docker
GITHUB AUFRUFEN →

06Ausblick: Was als nächstes kommt

Sprint 1 ist das Fundament. Sprint 2 — Arbeitstitel Horizon — baut auf dem bestehenden Stack auf und erweitert ihn um strukturierte Risikoauswertung: Wer ist mit wem verbunden, über welche Entitäten, mit welcher Relevanz für den konkreten Compliance-Case. Hier kommt Neo4j ins Spiel, das in Sprint 1 bereits mitläuft, aber noch nicht exponiert ist. Sprint 3 trägt den Titel OSINT und schließt die Lücke zwischen strukturierten Sanktionslisten und dem, was im offenen Web über eine Entität zu finden ist — das Netzwerk, das Technologie allein nicht replizieren kann.

Dieser Screener ersetzt keine regulatorisch anerkannte Screening-Lösung. Er demonstriert, dass die technische Grundlage für Open-Source-Compliance-Tools existiert und produktionstauglich ist.

KI-Experiment · FinCrime Watchdog · Redaktion: Jürgen Schiller García · Modell: Claude (Anthropic) · Lizenz: Apache 2.0
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