Kurzantwort: Nein, eine finale Liste der rund 40 Institute, die AMLA ab 2028 direkt beaufsichtigen soll, ist am 20. März 2026 noch nicht veröffentlicht. Wer heute so tut, als liege diese Liste bereits fest, geht weiter, als die Primärquellen es hergeben.
Was offiziell feststeht
AMLA selbst beschreibt ihren künftigen Aufsichtsauftrag so: Ab 2028 wird die Behörde bestimmte ausgewählte Verpflichtete im Finanzsektor direkt beaufsichtigen. In den offiziellen Erläuterungen ist regelmäßig von bis zu 40 entities beziehungsweise von selected obliged entities die Rede. Die operative Auswahl soll 2027 erfolgen; im Januar 2026 hat AMLA ausdrücklich erklärt, dass die damals gestartete Datenerhebung dazu dient, die Risikomodelle für eben diese Auswahl im Jahr 2027 zu kalibrieren.
Was noch nicht öffentlich feststeht
Nicht veröffentlicht ist bislang eine belastbare Namensliste der betroffenen Gruppen oder Institute. Ebenso vorsichtig sollte man mit allzu präzisen Schwellenwerten umgehen, wenn sie nicht direkt neben dem zugrunde liegenden RTS-Entwurf oder der Verordnung belegt werden. Der Kern ist klar: AMLA wird nicht wahllos beaufsichtigen, sondern Institute mit hohem Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsrisiko und einem starken grenzüberschreitenden Profil priorisieren. Welche Häuser das am Ende konkret sind, ist Stand März 2026 aber noch offen.
Was sich aus den Primärquellen ableiten lässt
Aus den AMLA-Veröffentlichungen lässt sich belastbar ableiten, dass die Auswahl risikobasiert und datengetrieben erfolgen soll. AMLA testet 2026 gemeinsam mit den nationalen Aufsichtsbehörden ihre Risikobewertungsmodelle im Finanzsektor. Daraus folgt: Wer 2026 bereits konkrete Namen als sichere künftige AMLA-Fälle nennt, macht im besten Fall eine informierte Vermutung, aber keine quellenfeste Aussage.
Was das für Banken bedeutet
Für große grenzüberschreitend tätige Institute ist die Frage dennoch hochrelevant. Selbst ohne veröffentlichte Liste ist die Richtung erkennbar: mehr Harmonisierung, mehr Vergleichbarkeit der Risikoindikatoren und mehr Druck auf gruppenweite AML/CFT-Governance. Für Häuser mit mehreren EU-Märkten, komplexen Kunden- und Zahlungsströmen oder historisch schwacher Kontrolle ist die Botschaft eindeutig: AMLA denkt bereits in 2027er Auswahlmodellen, lange bevor die ersten direkten Aufsichtsentscheidungen 2028 formell wirksam werden.
Fazit
Die saubere Formulierung lautet daher nicht: „Das sind die 40 AMLA-Institute.“ Sondern: „AMLA wird ab 2028 bis zu 40 ausgewählte Verpflichtete direkt beaufsichtigen; die Auswahl soll 2027 auf Basis risikobasierter Modelle erfolgen, eine finale öffentliche Liste liegt im März 2026 noch nicht vor.“ Alles andere ist bislang eher Spekulation als belastbare Aufsichtsanalyse.











